Das Krankheitsbild aus Sicht der Chinesischen Medizin (TCM)

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Diagnose und Therapie

Chinesischem Verständnis nach handelt es sich bei den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen um eine Fehlsteuerung des Immunsystems (siehe Krankheitsbild). Fehlgeleitete, gewohnheitsmäßig ablaufende Immunreaktionen aber lassen sich durch die dauernde Einnahme von Immun-Blockern nicht bessern. Medikamente wie Cortison können als Mittel für den Notfall, wenn sich die entzündliche Situation anders nicht kontrollieren lässt, vorübergehend helfen. Sie können in der Akutsituation das Schlimmste verhindern, sind aber in aller Regel nicht geeignet, eine therapeutische Arbeit mit dem Ziel langfristiger positiver Entwicklungen zu unterstützen.
Für eine langfristige Besserung und Stabilisierung der Krankheit kommt es darauf an, die Immunfunktion zu regulieren und neu zu ordnen, so dass künftig seelische oder körperliche Belastungen adäquat abgefangen werden und nicht auf eingefahrenen Gleisen einen Entzündungsschub des Darms auslösen.
Am Anfang steht die chinesische Diagnose. Zwar liefert schon die westliche Definition des Entzündungstyps eine wertvolle Information, sie reicht aber bei weitem nicht aus, um eine auf den Einzelfall passende chinesische Behandlungs-Strategie zu entwickeln. Es bedarf vielmehr einer umfassenden Anamnese. Der Arzt fragt gezielt nach Art und Vorgeschichte der Beschwerden, nach Ernährungsgewohnheiten, nach Beschaffenheit der Ausscheidungen, nach Temperaturempfinden, seelischen Belastungen usw. bis hin zu den ganz individuellen Veränderungen des subjektiven Befindens. Von besonderem Interesse sind für ihn Kinderkrankheiten und andere frühzeitige Infektbelastungen, auch wenn diese schon sehr lange zurückliegen. In der Kindheit lernt der Organismus, mit krankmachenden Einflüssen umzugehen. Häufig werden hier die Weichen für fehlgeleitete Immunreaktionen gestellt, die sich später zu schweren Krankheiten auswachsen können.
Die Therapie besteht im wesentlichen darin, den Organismus nach und nach bis zu den anfänglichen Immunentgleisungen zurückzuführen. Er wird in die Lage versetzt, an nicht erfolgreich ausgetragenen Infekten das Immunverhalten zu korrigieren und von neuem einzuüben.
Die wichtigste Behandlungsmethode stellen dabei die Chinesischen Arzneimittel dar. Rezepturen aus pflanzlichen Drogen werden als Dekokt eingenommen.
Unterstützend wird eingesetzt, was die Chinesen unter dem Begriff "äußere Verfahren" zusammenfassen: Akupunktur und manuelle Methoden, wie Shiatsu, Tuina-Massage, Cranio-Sacral-Therapie oder Psychotonik. Solche Verfahren helfen nicht nur gegen die Schmerzen, die bei Darmentzündungen häufig auftreten. Ihnen eignet auch eine immunregulierende Wirkung. Nach einer Akupunkturbehandlung zum Beispiel beruhigt sich die Darmfunktion und die Anzahl der Stuhlentleerungen lässt nach.
Ähnlich wie Akupunktur und Massage dienen auch die zahlreichen Übungsformen des Qigong dem Ausgleich "energetischer" Balance-Störungen mit positiven Auswirkungen auf Schmerzen und innere Spannungszustände. Sie helfen in Verbindung mit den Arzneimitteln, die Immuntätigkeit zu reorientieren und zu stabilisieren.
Und schließlich ist auch auf die Ernährung zu achten. Um entzündliche Potentiale abzubauen, ist gemüsereiche Kost anzuraten, die arm ist an tierischem Eiweiß, Milch-Eiweiß inbegriffen. Die Mayr-Kur hat sich immer wieder bewährt.
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Zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hat die Klinik am Steigerwald ihr Behandlungsverfahren der traditionellen chinesischen Medizin evaluiert.

Die Ergebnisse der Studie, die in der Fachzeitschrift "Forschende Komplementärmedizin" veröffentlicht ist, finden Sie neben weiteren Informationen auf der Seite www.tcm-studien.de.